Frei#  2010 hatte Symplicity HTN-2 Studie (2) gezeigt, dass eine sympathische renale Denervation bei Patienten mit therapierefraktärer Hypertonie den Blutdruck dauerhaft senken kann. Dabei werden die sympathischen Nerven in den Nierenarterien katheterbasiert ausgeschaltet. Seitdem bieten auch viele Kliniken in Deutschland dieses Verfahren an. In der Symplicity HTN-2 Studie kam es zu einem Blutdruckabfall um 32/12 mm Hg nach 6 Monaten nach der renalen Denervation (mittlerer Blutdruck zu Beginn der Studie um 178/96 mm Hg). Eine aktuelle Studie (1) untersuchte die Langzeit-Daten der Patienten der damaligen Symplicity HTN-2 Studie.

Symplicity HTN-1-Studie hatte ursprünglich 153 Patienten, von denen 88 Patienten 3 Jahre lang komplett beobachtet werden konnten. Die mittlere glomerulären Filtrationsrate (GFR) betrug 85ml. Der Blutdruck fiel im Verlauf der Jahre kontinuierlich ab, bis sich der mittlere Blutdruck sich dann nach drei Jahren bei 143/84mmHg einpendelte. Eine neue Nierenarterienstenose, welche eine Stent-Therapie erforderte, trat in der 3-jährigen Beobachtungszeit auf. Ansonsten gab es keine schweren renalen oder vaskulären Komplikationen. Patienten mussten jedoch weiterhin mehrere Antihypertensiva einnehmen. Des Weiteren wurde der primäre Wirksamkeitsendpunkt, welcher als systolische RR-Senkung von 15mmHg gegenüber der Kontrollgruppe ohne RDN definiert war.

Fazit: Der Blutdruckabfall hielt bei Patienten mit behandlungsresistenter Hypertonie nach renaler Denervation (RDN) auch langfristig an. Die Langzeit-Daten zeigten, dass katheterbasierte renale Denervation eine sichere Methode ist.

Anmerkung: Nach den Bekanntwerden der Ergebnisse der HTN-2 Studie kam es in der Fachwelt zu kontroversen Diskussionen um den Stellenwert der RDN in der Hypertonie-Therapie, da einerseits eine eindrucksvolle Blutdrucksenkung durch RDN erzielt, jedoch der primäre Endpunkt nicht erreicht wurde (3).

Wir finden die Blutdrucksenkung durch RDN weiterhin bemerkenswert, wenn auch die Patienten die Zahl der Antihypertensiva dabei nicht wirklich reduzieren konnten. Daher müsste die Pharmaindustrie an sich keine Angst vor renaler Denervation als Konkurrenz-Verfahren haben.

1-Krum H et al. Percutaneous renal denervation in patients with treatment-resistant hypertension: Final 3-year report of the Symplicity HTN-1 study. Lancet 2013 Nov 7;

2-Refraktäre Hypertonie: Katheterbasierte sympathische renale Denervation senkt Blutdruck dauerhaft, 17.11.2010

3-Renale Denervation: Unerwartetes Studienergebnis Dtsch Arztebl 2014; 111(4):A-124 / B-110 / C-106

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