Frei#  Hintergrundinformationen: Irsogladin wurde für das schnelle Abheilen von Ulzerationen und einer Gastritis in Japan auf den Markt gebracht. Es erhöht den Blutfluss in der Magenmukosa und das cAMP in mukosalen Epithelzellen. Dadurch wird die Permeabilität der Mukosa verringert und es entsteht eine protektive Barriere für die schädigende Wirkung der nichtsteroidalen Antirheumatika. Signifikante, schwere Nebenwirkungen soll es nicht geben (2). In Deutschland wird Irsogladin klinisch nicht verwendet. Laut jetzigem Stand ist Irsogladin in Deutschland nicht verfügbar.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verursachen häufig eine Schädigung der Mukosa des Dünndarms. Dennoch ist bislang keine wirksame Gegen-Maßnahmen, außer NSAR-Absetzen, bekannt.

Eine aktuelle Studie (1) untersuchte , ob Irsogladinmaleat diese Schädigungen bei einer fortgeführten NSAR-Einnahme reduziert. Es wurde eine randomisiert kontrollierte Studie an einem Universitätsklinikum in Japan durchgeführt. Es nahmen Patienten an der Studie teil, die regelmäßig über mehr als vier Wochen konventionelle NSAR (von Diclofenac und ASS bis Ibuprofen) einnehmen.

Zuerst wurden die Schäden an der Dünndarm-Mukosa mit Hilfe einer Kapselendoskopie untersucht und die Patienten für die Teilnahme an der randomisiert kontrollierten Studie ausgesucht. In der Studie wurden die Patienten mit jeglichen Schäden an der Mukosa zufällig der Irsogladin Gruppe (4 mg/d) oder der Kontrollgruppe zugeteilt.

Der primäre Endpunkt war die Verbesserungsrate der Mukosa-Schäden, die nach vier Wochen nach Behandlung mit einer zweiten Kapselendoskopie untersucht wurden.

61 Patienten wurden mit einer ersten Kapselendoskopie beurteilt. Die Schäden an der Mukosa des Dünndarms wurden bei 41 Patienten (67,2%) gefunden und es wurden Erosionen oder Ulzerationen bei 21 Patienten (34,4%) gefunden. Die Häufigkeit der Schäden war bei der Einnahme von Magen-& Darmschützenden Medikamenten nicht geringer. Von den 41 eingeschriebenen Patienten, vervollständigten 39 (19 Patienten in der Irsogladin-Gruppe und 20 in der Kontrollgruppe) die Studie. Die Verbesserungsrate war in der Irsogladin-Gruppe signifikant höher (16/19 Patienten; 84,2%) als in der Kontrollgruppe (9/20 Patienten; 45,0%; p=0,02).

Als Limitationen der Studie sind die asymptomatischen Läsionen und die Einfachverblindung zu nennen. Die Daten wurden nur an einer Institution erhoben, was eine weitere Limitation der Studie darstellt. FAZIT: Irsogladin war für das Reduzieren von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)-induzierten Mukosaschäden des Dünndarms wirksam.

1-Isomura Y et al. Irsogladine improves small-intestinal injuries in regular users of nonsteroidal anti-inflammatory drugs. Gastrointest Endosc 2014 Feb 8

2-Seung HL, Kyoung SL, Jae WK et al. (2009) Pharmokinetics of Irsogladin Maleate in Healthy Korean Volunteers. Kor J Clin Pharmacol Ther 17 (1): 35-43

 

 

 

 

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