Erneute Bewertung des Frakturrisikos bei Frauen drei Jahre nach der Behandlung mit Zoledronat (Aclasta, Zometa) und Empfehlung zum Beenden der Therapie.

Um die Entscheidung des Arztes hinsichtlich der Fortführung einer Therapie mit Bisphosphonaten zu erleichtern, ist eine genauere Datenlage erforderlich. Forscher führten daher eine Studie durch um eine Aussage zur Vorhersagbarkeit von Frakturen bzw. deren Prädiktoren tätigen zu können. Auch die Frakturinzidenz wurde in abhängig vom Risikofaktor eingeteilten Gruppen quantifiziert. Es sollte untersucht werden, ob die weitere Einnahme von Zoledronat (zoledronic acid ZOL) nach drei Jahren Behandlungsdauer mit einem niedrigeren Frakturrisiko bei Patientinnen einhergeht.

Anmerkung: Zoledronat (Zometa) ist ein seit 2003 zugelassener Wirkstoff zur Behandlung der tumorinduzierten Hyperkalzämie. Außerdem wird es auf Grund seiner hemmenden Eigenschaften auf die Knochenresorption bei der Behandlung tumorassoziierter Skelettschäden genutzt. Auch soll es über eine anti-angiogenetische und analgetische Wirkkomponente verfügen. Die Applikation erfolgt intravenös, im Rahmen der vorliegende Studie einmal jährlich.

Die Studie beruht auf Daten der drei-jährigen Erweiterungsphase der HORIZON-Studie (Health Outcomes and Reduced Incidence with Zoledronic Acid Once Yearly). Die Patientinnen stammen aus der ehemaligen Behandlungsgruppe, die Zoledronat im Rahmen der HORIZON-Multicenter Studie erhalten hatte. Insgesamt wurden 1233 Frauen aus der früheren Studie, die drei Behandlungen mit Zoledronat erhalten hatten, in die Untersuchung aufgenommen.

Die Teilnehmerinnen wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Die erste Gruppe erhielt drei weitere Infusionen mit Zoledronat (Z6, n=616; also insgesamt 6 Infusionen ZOL in 6 Jahren), die andere Placebo als Infusion (Z3P3, n=617). Das Risiko morphometrischer Wirbelkörperfrakturen (MorphVertFx) und symptomatischer Frakturen die nicht die Wirbelsäule betreffen (non vertebral fracture, NVF) wurde als primärer Messwert bestimmt.

Zur Bestimmung der Inzidenz von Wirbelkörperfrakturern (MorphVertFx) in der Z3P3 Gruppe wurde als prädiktiver Faktor der T-Wert des Schenkelhalses (?-2,5 [Odds ratio 3,3; p=0,008]), der T-Wert der gesamten Hüfte (TH-total hip) (?-2,5 [OR 4,0; p=0,007]) und das Auftreten morphometrischer Wirbelkörperfrakturen während der Studie (OR 4,75, p<0,15) genutzt. Die Inzidenz von NVF wurde mittels prädiktiver Faktoren, wie dem t-Wert der Hüfte (für eine Abnahme um den Wert 1: HR=1,7; p= 0,008), dem Auftreten einer NVF während der Studie (HR=2,5; p=0,014) und bestehenden Wirbelkörperfrakturen (HR=3,0; p=0,005) bestimmt. Für das Ereignis MorphVertFx ergaben sich keine signifikanten Subgruppenunterschiede hinsichtlich der Behandlung. Die absolute Reduktion der Frakturhäufigkeit war in der Subgruppe mit dem höchsten Risiko am größten. Für die NVF ergab sich sowohl in Subgruppen als auch in der Gesamtschau keine Reduktion der Frakturhäufigkeit bei fortbestehender Behandlung. Auch traten keine signifikanten Interaktionen auf.

Fazit: Für Frauen mit einem t-Wert der Hüfte (Total hip t-score) über -2,5 (und zusätzlich nicht mehr als einem Risikofaktor), ergab sich nach einer dreijährigen Therapie mit Zoledronsäure (ZOL) bei Abbruch der Behandlung für die folgenden drei Jahre kein erhöhtes Frakturrisiko.

Das Risiko der Patientinnen eine morphometrische Wirbelkörperfraktur (MorphVertFx) bzw. eine nicht-vertebrale Fraktur (NVF) zu erleiden betrug 3,2% bzw. 5,8%. Bei diesen Patientinnen scheint also die bis zu drei Jahre dauernde Unterbrechung der Therapie mit einem vertretbaren Risiko verbunden zu sein.

Anmerkung: Ärzte sollten bei Patienten mit t-score der Hüfte unter -2.5 und Frakturen in der Anamnese mit der Pausierung der Biphosphonate eher vorsichtig sein.

1-Cosman et al. Reassessment of fracture risk in women after 3 years of treatment with zoledronic acid: When is it reasonable to discontinue treatment? J Clin Endocrinol Metab. 2014 Dec;99(12):4546-54

 

 

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