Die einflussreiche "Dietary Guidelines Advisory Committee" in den USA hat eine neue Leitlinie zu Ernährung, Nahrungszusatzmittel und Gesundheit veröffentlicht (1). Während die US-Leitlinie weiterhin eine Einschränkung von Kochsalz, Kohlenhydraten und ungesunden Fettsäuren empfiehlt, enthält sie zur Cholesterin-Diät eine Kehrtwende von der bisherigen Praxis.

Eine cholesterinarme Ernährung war in den westlichen Ländern Jahrzehntelang eine der Säulen zur Prävention der kardiovaskulären Krankheiten. Bisher ging man davon aus, dass cholesterinreiche Lebensmittel den Cholesterinspiegel im Blut signifikant erhöhen, und somit das Herzinfarkt/Schlaganfall-Risiko steigern.

Die Komitee betrachtet Serum-Cholesterin weiterhin als wichtiges Risikofaktor bei der Entstehung der kardiovaskulären Krankheiten, LDL ist weiterhin der schlechte Cholesterin, und Menschen mit erhöhten LDL-Serumwerten haben insgesamt ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Der Stellenwert des konsumierten Cholesterins im Lebensmittel wird jedoch anders gewichtet.

In den neuen Empfehlungen wird festgestellt, dass über Lebensmittel aufgenommene Cholesterin bei der Herausbildung des Serum-Cholesterins lediglich eine untergeordnete Rolle spielt. Somit werden Lebensmittel wie Eier nicht mehr als bedenklich eingestuft.

Daher empfiehlt die Komitee, dass Einschränkungen auf diätetisches Cholesterin in den nächsten Ernährungsleitlinien "Dietary Guidelines for Americans", welche noch 2015 erscheinen werden, nicht aufgenommen werden sollen. Bisher wurde empfohlen, nicht mehr als 300 mg Cholesterin täglich zu konsumieren (das wäre etwa 2 Eier oder auch 100g Butter).

Der Vorsitzende der "American Heart Association (AHA)" Robert Eckel stellte fest, dass die vorgeschlagenen Änderungen zum diätetischen Cholesterin mit dem Standpunkt der medizinischen Fachgesellschaften auf einer Linie sei.

Die Leitlinie ist im Internet als Volltext zugänglich.

Anmerkung: Die neuen Empfehlungen sagen nichts anders als, dass es nicht sinnvoll ist, eine strenge Diät zur Cholesterinsenkung einzuhalten. Damit wäre die Qulärei mancher Patienten zu Ende, die trotz aller Bemühungen den Cholesterinspiegel mit alleinigen diätetischen Massnanhmen nicht senken können. Also Rühreier zum Frühstück wären erlaubt. Anders ist es aber mit der Gesamt-Kalorieneinnahme, die zu einem Übergewicht führen, und somit das kardiovaskuläre Risiko erhöhen kann. Hier hat sich nichts geändert, viel ist nie gut, egal was.

1-Science Base Chapter: Food and Nutrient Intakes, and Health: Current Status and Trends Dietary Guidelines for Americans von US-Dietary Guidelines Advisory Committee

 

 

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