Frei#  Aktuelle Studie in „Anesthesiology" (1): Bisher existieren keine evidenzbasierte Schwelle für die postoperative Harnblasen-Katheterisierung bei Patienten mit Harnverhalt.

In einer Studie aus Dänemark wurden 721 Patienten, die sich einer Hüft- und Knie-TEP-Operation unterzogen, für eine Katheterisierung nach einer 800ml- oder 500ml-Füllung der Harnblase randomisiert. Bei allen Patienten wurde postoperativ die Blasenfüllung alle 2 Stunden sonographisch gemessen.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Schwelle von 800 ml Harnblasen-Füllung zu einer Katheterisierung der von 500 ml überlegen war, um die Anzahl der unnötigen postoperativen Blasen- Katheterisierungen zu reduzieren. Unter 800ml-Füllung erhöhte sich die Häufigkeit der urologischen Komplikationen nicht.

Medknowledge-Anmerkung: Anders gesagt, warten bis die Blasenfüllung eine Größe von 800ml erreicht hat, schadete die Patienten nicht, und reduzierte die Anzahl der unnötigen Katheterisierung, da bei vielen Patienten die selbständige Harnentleerung anscheinend bis dahin sich wieder einsetzte. Bekanntlich können Blasenkatheter Komplikationen wie hämorrhagische Zystitis, Blutungen usw. verursachen.

1-Bjerregaard et al. Postoperative urinary catheterization thresholds of 500 versus 800 ml after fast-track total hip and knee arthroplasty: A randomized, open-label, controlled trial. Anesthesiology. 2016 Jun;124(6):1256-64

 

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