Wann kann die prähospitale Reanimation beendet werden? - Überprüfung der Kriterien in der Praxis, 2016

Die internationale TOR-Leitlinie (Termination of Resuscitation) identifiziert unter welchen Umständen, eine prähospitale Reanimation (eine Widerbelebung ausserhalb des Krankenhauses unter ambulanten Bedingungen mit Notarzt/Rettungswagen) beendet werden kann.

-Reanimation soll mindesten in viermaligen 2-Minuten-Intervallen durchgeführt werden (In Deutschland empfiehlt die Reanimation-Leitlinie von "German Resuscitation Council" einen Abbruch erst bei anhaltender Asytolie länger als 20 min. trotz Wiederbelebungs-Massnahmen).

-Der Stillstand wurde vom Rettungsteam nicht beobachtet (Anmerkung: Anders gesagt, der Herzstillstand kann länger vorhanden sein) .

-Spontankreislauf konnte nicht hergestellt werden.

-Keine Defibrillator-Schocks wurden abgegeben (Anmerkung: Das heisst, es liegt kein schockbare Kammerflimmern/Kammertachykardie als vorliegender Rhythmus vor).

(Anmerkung: In Deutschland wird zusätzlich zu den obengenannten Kriterien für die Reanimation-Beendigung ein viertes Kriterium noch verlangt: keine reversible Ursachen wie kardial, toxisch oder Hypothermie).

Eine aktuelle Studie in "Resuscitation" überprüfte, ob die internationalen TOR-Kriterien in der klinischen Praxis sich bewährten. In die Studie waren 36,543 Patienten mit ambulantem Out-of-Hospital-Herzstillstand involviert, von denen 9467 (26%) ohne die Herstellung eines Spontankreislaufs ins Krankenhaus transportiert wurden.

Patienten, die die TOR-Kriterien für den Reanimation-Stopp erfüllten, hatten eine Überlebensrate von 0.7% (wohl bemerkt nur Überleben, oft mit sehr schlechtem neurologischem Outcome).

TOR-Kriterin haben 99% der Herzstillstand-Überlebenden identifiziert, die von einer kontinuierlichen Reanimation profitiert hatten.

Fazit: Nur das Verwenden vom Herzstillstand ohne Spontankreislauf-Rückkehr würde dazu führen, dass viele potentielle Überlebende mit anhaltender Reanimation nicht gerettet werden. Die universellen TOR-Kriterien dagegen sind stark-aussagekräftige Prädiktoren fürs Überleben.

1-Drennan IR et al. A comparison of the universal TOR Guideline to the absence of prehospital ROSC and duration of resuscitation in predicting futility from out-of-hospital cardiac arrest. Resuscitation. 2016 Dec 3. 

2-Termination of Resuscitation in the Prehospital Setting - Termination of Resuscitation Guidelines, Kanada 

3-Siehe auch Seite 308 bei „Reanimation 2015 – Leitlinien kompakt"

 

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