Frei#  Ziel einer aktuellen Studie (1) war es, die Risiken eines kurzzeitigen und eines langzeitigen Gebrauchs eines Etonogestrel-haltigem und eines Ethinylestradiol-haltigen vaginalen Ringes und kombinierten oralen Kontrazeptiva in einer alltäglichen klinischen Studien-Population mit einander zu vergleichen.

Es handelt sich um eine prospektive, kontrollierte, nicht-interventionelle Kohortenstudie, die in den Vereinigten Staaten und 5 europäischen Ländern mit den folgenden 2 Kohorten durchgeführt wurde: neuer Nutzer eines vaginalen Ringes einerseits und neue Nutzer eines kombinierten oralen Kontrazeptivums andererseits (Starter, Tauscher, Neustarter). Die Studienpopulation beinhaltete 33295 Nutzer eines vaginalen Ringes oder eines kombinierten oralen Kontrazeptivums, die von 1661 Studienzentren rekrutiert wurden. Das Follow-Up der Teilnehmer der Studie erfolgte für 2-4 Jahre. Die hauptsächlichen klinischen Outcomes von Interesse waren kardiovaskuläre Outcomes, v.a. venöse und arterielle Thromboembolien. Diese Outcomes wurden durch behandelnde Ärzte und zusätzlich durch ein unabhängiges Gremium beurteilt. Ein umfassendes Follow-Up stellte eine geringe Rate an Lost-to-Follow-Up- Patienten sicher. Statistische Analysen basierten auf Cox-Regressions-Modellen. Die primäre statistische Variable war die venös-thromboembolische Hazard Ratio (HR) für den vaginalen Ring im Vergleich mit oralen kombinierten Kontrazeptiva.

Die Studienteilnehmer wurden 66489 Frauen-Jahre lang verfolgt. Die Lost-to-Follow-Up- Rate betrug 2.9%. Die Raten der venösen thromboembolischen Inzidenz bei den Nutzern des vaginalen Rings im Vergleich zu denen der kombinierten oralen Kontrazeptiva betrugen 8.3 und 9.2 pro 10,000 Frauen-Jahren. Die Cox-Regressions-Analyse ergab grobe und adjustierte Hazard Ratios für die Nutzer von vaginalen Ringen im Vergleich mit Nutzern von kombinierten oralen Kontrazeptiva von 0.9 und 0.8 bezüglich venösen Thromboembolien (95% Konfidenzintervalle [KIs] 0.5-1.6 und 0.5-1.5) und 0.8 und 0.7 (95% KIs 0.2-2.5 und 0.2-2.3) bezüglich arteriellen Thromboembolien.

FAZIT: Der Gebrauch von vaginalen Ringen und kombinierten oralen Kontrazeptiva war mit einem ähnlichen venösen und arteriellen thromboembolischen Risiko während eines regelmäßigen klinischen Gebrauches assoziiert.

1-Dinger J et al. Cardiovascular risk associated with the use of an etonogestrel-containing vaginal ring. Obstet Gynecol 2013 Oct; 122:800

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