Frei#  Nationale Schätzungen von Insulin-induzierten Hypoglykämien und Anwendungsfehlern, die zu Vorstellungen in der Notaufnahme und zu Krankenhauseinweisungen in den USA führen.

Die Behandlung mit Insulin kann bei Anwendungsfehlern seitens der Patienten zu Hypoglykämien führen. Detaillierte repräsentative Daten über Hochrisiko-Gruppen und Umstände, die zu Insulin-induzierten Hypoglykämien und Fehlern führen, könnten helfen, um solche Ereignisse vorzubeugen und zu reduzieren.

Wissenschaftler der US-Gesundheitsbehörde CDC haben die US-amerikanischen Kosten, die Raten und Umstände von Vorstellungen in der Notaufnahme und Notfall-Einweisungen auf Grund von Insulin-induzierten Hypoglykämien und Fehlern bei Diabetes-Patienten untersucht.

Es wurde Daten von unerwünschten Nebenwirkungen unter Insulin-behandelten Patienten durchgeführt, die sich zwischen 2007 bis 2011 in den Notaufnahmen vorstellten.

Es wurden jährlich geschätzte fast 100.000 Notaufnahme-Besuche wegen insulin- und Medikamentenfehler-bedingten Hypoglykämien festgestellt; fast ein Drittel (29,3%) der Patienten wurden dann stationär aufgenommen. Schwere neurologische Folgen wurden bei ungefähr 60,6% der Besuche in der Notaufnahme diagnostiziert. Serum-Blutzuckerwerte > 50 mg/dl wurden in mehr als der Hälfte der Fälle dokumentiert (53,4%). Die Insulin-behandelten Patienten, die 80 Jahre oder älter waren, mussten doppelt so häufig in die Notaufnahme (RR 2,5) und beinahe fünfmal so häufig stationär aufgenommen werden (RR 4,9) wie die Patienten, die zwischen 45 und 64 Jahre alt waren. Zu Insulin-induzierten Hypoglykämien führten am häufigsten eine reduzierte Nahrungszufuhr und das Spritzen eines falschen Insulin-Produkts.

FAZIT: Die Rate an Notaufnahme-Besuchen und an nachfolgenden Krankenhausaufnahmen für Insulin-induzierte Hypoglykämien und Anwendungsfehler waren bei über 80-jährigen Patienten am höchsten; das Hypoglykämie-Risiko sollte in dieser Altersgruppe bedacht werden, wenn die Behandlung mit Insulin verschrieben oder intensiviert wird. Für die Prävention von Hypoglykämien müssen die Patienten über die richtige zeitliche Essensplanung und Misch-Insulin-Produkte gut aufgeklärt werden.

Medknowledge-Anmerkung: Diese Daten könnte man vermutlich annähernd auf Deutschland übertragen. Welche Schlussfolgerungen könnte man ziehen?

- Keine offensive Blutzucker-Kontrolle bei älteren Diabetes-II-Patienten: In den letzten Jahren sind viele Studien (2) publiziert, die zeigten, dass zu anspruchsvolle Ziele (wie HbA1c <7% oder Blutzucker-Zielwerte zwischen 80mg/dl und 110mg/dL) in der Blutzuckerkontrolle vor allem den älteren Typ2-Diabetikern anstatt zu nutzen aufgrund der häufigen Hypoglykämien eher schaden können. Die beiden führenden Fachgesellschaften American Diabetes Association (ADA) und European Association for the Study of Diabetes (EASD) hatten 2012 (2) bei Nicht-motivierten Patienten mit seit langem bestehendem Diabetes-Typ-II, Patienten mit limitierter Lebenserwartung und Patienten mit häufigeren Hypoglykämie-Komplikationen ein HbA1c-Ziel zwischen 8% und 9% empfohlen. ( Dabei werden oft Blutzucker-Zielwerte etwa < 150mg/dl verfolgt.)

1-Geller AI et al. National estimates of insulin-related hypoglycemia and errors leading to emergency department visits and hospitalizations. JAMA Intern Med 2014 Mar 10

2-Management von Diabetes-Typ-II - Positionspapier von ADA und EASD, 2012

 

 

 

 

 

 

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